Ist die Höhe der Kinderfreibeträge zu niedrig?

 

Der 7. Senat des Niedersächsischen Finanzgerichts ist überzeugt, dass der Gesetzgeber die Kinderfreibeträge in § 32 Abs. 6 des Einkommensteuergesetzes (nicht nur) im Streitjahr 2014 in verfassungswidriger Weise zu niedrig bemessen hat. Er hat daher im Anschluss an seine mündliche Verhandlung am Freitag, den 2. Dezember 2016, beschlossen, das Klageverfahren auszusetzen und das Verfahren dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) vorzulegen (Aktenzeichen des Verfahrens: 7 K 83/16).

 

© Finanzgericht Niedersachsen.
 

Lesen Sie weiter...
 

Unsere Empfehlung, legen Sie gegen alle noch offenen Einkommensteuer-Bescheide Einspruch ein mit dem Verweis auf die Entscheidung des Finanzgerichts Niedersachsen und beantragen gleichzeitig das Ruhen des Verfahrens bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts.

 

 

Finanzierungsoptionen im Rahmen der Unternehmensnachfolge

 

Eine neue Studie beschreibt, dass in den nächsten zwei Jahren in Deutschland 620.000 mittelständische Betriebe mit insgesamt mehr 4 Millionen Beschäftigen einen Nachfolger suchen

 

Unabhängig davon, ob eine Unternehmensübertragung innerhalb der Familie gegen Entgelt oder durch Veräußerung an Dritte erfolgen soll, treten in der Praxis vermehrt Probleme bei der Finanzierung des notwendigen Kapitalbedarfs auf.

Lassen Sie sich diesen Artikel vorlesen.
Unternehmensnachfolge.mp3
MP3-Audiodatei [2.0 MB]

Nicht plausible Darstellungen im Businessplan, zu geringes Eigenkapital, nicht ausreichende Ertragskraft oder das fehlende Vertrauen in die fachlichen Qualitäten des potentiellen Käufers (Nachfolgers) lassen die Finanzierungsgespräche mit den Banken oft nach Monaten – selten nach Jahren – mit keinem positiven Ergebnis enden.

 

Damit eine Unternehmensnachfolge nicht an der Finanzierung des Kapitalbedarfs scheitert, sind von beiden beteiligten Parteien (Verkäufer und Käufer) bestimmte Aufgaben zu erledigen.

 

Hat der Unternehmer den Entschluss gefasst, sein Unternehmen zu veräußern, gilt es zuerst für ihn, den Wert des Unternehmens ermitteln zu lassen. Steuerberater bzw. Wirtschaftsprüfer können unter Ansatz von Standards nach vorher besprochenen Kriterien die Bewertung vornehmen.

 

Der Verkäufer muss mit der Planung der Nachfolge frühzeitig beginnen, damit die Umsetzung nicht unter Zeitdruck erfolgen muss. Je nach Größe des Unternehmens ist ein Zeitrahmen zwischen einem und drei Jahren realistisch.

Artikel zum Download
SMSUnternehmensnachfolge.pdf
PDF-Dokument [66.3 KB]

Ist ein geeigneter Käufer gefunden, muss von ihm ein Businessplan erstellt werden.

 

Ein äußerst wichtiger Bestandteil ist die Erstellung des Kapitalbedarfsplans, der mindestens folgende Einzelpositionen beinhalten soll:

  • Kaufpreis
  • Betriebsmittelbedarf für mindestens drei Monate
  • Kapitalbedarf für notwendige Ersatz- und Neuinvestitionen.

Nach Subtraktion des vorhandenen Eigenkapitals – sollte nicht unter 15 % sein – steht der fremd zu finanzierende Betrag fest. Ohne den Einsatz von Eigenkapital bzw. Sicherheiten des Erwerbers wird es keine Finanzierung durch Kreditinstitute geben.

 

Um die Finanzierung der Unternehmensnachfolgte erfolgreich zu gestalten, muss auf den Einzelfall bezogen, ein Finanzierungsmix mit den Hausbanken, dem Verkäufer, dem Erwerber und den Beratern gefunden werden. Unter folgenden Finanzierungsmöglichkeiten ist die optimale Finanzierung unter Berücksichtigung der Ertragskraft des Unternehmens nach Übernahme zu ermitteln:

  • Eigenkapital
  • Nachrangiges Verkäuferdarlehen
  • Bankdarlehen
  • Fördermittel

Die Finanzierung über eigenkapitalähnliche Mittel durch Beteiligungsgesellschaften und Blue Angels wird hier nicht dargestellt, weil diese Finanzierungsmöglichkeit nur ab einer bestimmten Unternehmensgröße und für bestimmte Gesellschaftsformen in Frage kommt.

Eigenkapital

Der Eigenkapitalnachweis des Käufers ist nicht nur für den Einstieg in die Gespräche mit den Kreditinstituten unvermeidbar, sondern fast alle Förderprogramme setzen Eigenkapital voraus.

 

Verkäuferdarlehen

Bei einem Verkäuferdarlehen wird ein Teil der Kaufpreisverbindlichkeit als verzinsliches Darlehen gewährt, so dass der Verkäufer diesen Teil des Kaufpreises vertragsgemäß erst zu einem späteren Zeitpunkt erhält. Gerade in mittelständischen Handwerksbetrieben hat dieser Finanzierungsbestandteil in den letzten Jahren immer mehr an Wichtigkeit gewonnen.

 

Durch die Vereinbarung einer Earn-Out-Klausel kann der Darlehensvertrag für den Verkäufer interessant  gestaltet werden.

 

Bankdarlehen

Die Kreditinstitute gewähren an den Nachfolger nur Kredite, wenn die Ertragskraft des Betriebes unter Berücksichtigung der Finanzierung des Kaufpreises, des Betriebsmittelbedarfs und der notwendigen Investitionen ausreicht, um die Kapitaldienstkosten zu erwirtschaften.

 

Die Banken sind verpflichtet, die Bonität des Kreditnehmers nach vorgeschriebenen Kriterien zu beurteilen (Rating) und müssen entsprechend der Bonitätsbeurteilung Kapital für den gewährten Kredit vorhalten. Je höher die Bonität des Kreditnehmers und je werthaltiger die Sicherheiten sind, so günstiger sind die Konditionen. Je besser die Bonität des Kreditnehmers eingestuft wird, je geringer sind die Eigenkapitalkosten der Banken durch Basel III.

 

Fördermittel

Die Politik hat die enorme Bedeutung der Sicherung der Unternehmensnachfolge für die Volkswirtshaft erkannt und stellt verschiedene öffentliche Fördermittelprogramme zur Verfügung.

 

Ein optimaler Finanzierungsmix unter Einbeziehung der verschiedenen Förderprogramme:

  • ERP-Gründerkredit
    • ERP-Gründerkredit – StartGeld
    • ERP-Gründerkredit – Universell
  • KfW-Unternehmerkredit
  • ERP-Regionalförderprogramm
  • Förderprogramme der Länder
  • Bürgschaften der Bürgschaftsbanken

führt zu einer für alle Parteien zufriedenstellenden Unternehmensnachfolge.

 

Eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge ist nur zu gewährleisten, wenn über die Finanzierung des Kapitalbedarfs zwischen den beiden Vertragsparteien und den Beratern offen gesprochen wird und die wichtigsten Unterlagen wie Wertgutachten und Businessplan vorliegen.

 

Erst dann hat es Sinn mit den Banken zu sprechen. Wenn möglich, sollte bereits ein Finanzierungsvorschlag ausgearbeitet werden, der dann als Gesprächsgrundlage mit den Kreditsachbearbeitern dient.

Treffen Sie Vorsorge!

 

 

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wenn Sie selbst in jungen Jahren einen Unfall erleiden und anschließend eine Behinderung in welcher Form auch immer davon tragen? Können Sie noch selbst entscheiden oder müssen andere für Sie Entscheidungen treffen. Was passiert, wenn Sie im Ausland verunglücken? Jedes Land hat unterschiedliche juristische Regelungen.

 

Wie schnell kann eine solche Situation eintreten. Wäre es da nicht sinnvoll für solche Fälle Vorsorge zu treffen und Ihren Willen schriftlich zu verfassen? Gleiches gilt für Patientenverfügungen, Betreuungsverfügungen und schließlich Testamentsverfügungen.